POP oder IMAP – welches E-Mail-Protokoll soll ich verwenden?
Wofür brauche ich dieses POP oder IMAP?
Wenn man ein E-Mailkonto auf dem PC einrichten will, kommt schnell die Frage, mit welchem Verfahren die E-Mails vom Server heruntergeladen werden sollen. Hier gibt es verschiedene Varianten, aber die gängigsten sind sicher POP und IMAP. Über diese Protokolle kommunizieren die Clients (Outlook, Thunderbird, usw.) mit den Servern (Bluewin, GMX usw.).
Was ist POP?
POP heisst ausgeschrieben Post Office Protocol. Es ist das Übertragungsprotokoll für E-Mails. Der Client, beispielsweise Microsofts Outlook, ruft die E-Mails mit diesem Protokoll von einem entfernten Mailserver, beispielsweise Bluewin, ab. Diese Technik ist, was die Funktionen betreffen, sehr eingeschränkt. Es dient lediglich dazu, E-Mails abzurufen. Das Protokoll stammt aus dem Jahr 1996 und wird immer mehr durch IMAP abgelöst.
Was ist IMAP?
IMAP ist auch nicht mehr ganz neu, es stammt aus 2003. Mit IMAP werden, im Gegensatz zu POP, die E-Mails auf dem Server belassen. Somit ist es möglich, von mehreren Geräten auf die gleichen E-Mails zuzugreifen.
Hier ein kleines Diagramm, dass zeigen soll wie IMAP funktioniert:

Die E-Mails sind immer auf dem Server und Sie können von überall aus darauf zugreifen.
Bei IMAP kann auf dem Server auch eine Ordnerstruktur erstellt werden. Diese Ordnerstruktur wird mit allen Clients, die auf das IMAP-Konto zugreifen, synchronisiert. Das heisst, wenn ich auf meinem Handy einen Ordner «Kollegen» erstelle, wird dieser auch auf meinem Computer angezeigt.
Konkretes Beispiel
Hans ruft seine E-Mails immer von seinem Computer zuhause auf. Dazu verwendet er Microsofts Outlook, das ihm immer die neusten E-Mails per POP herunterlädt. Nun hat Hans ein neues Handy gekauft, welches die E-Mails auch automatisch herunterlädt.
Was passiert nun?
Wenn Hans die E-Mails zuhause abruft, werden diese auf dem Computer gespeichert und auf dem Server gelöscht. Somit kann er mit seinem neuen Handy nicht mehr auf diese E-Mails zugreifen, weil sie nicht mehr auf dem Server sind.
Da kommt IMAP ins Spiel
Damit Hans aber nun die E-Mails auf dem Computer und auf dem Handy lesen kann, sollte er IMAP verwenden. Wenn er die Geräte umkonfiguriert hat, kann er von beiden Geräten mit dem Server synchronisieren. Wenn er nun eine E-Mail auf dem PC liest, wird die E-Mail automatisch auch auf dem Handy als gelesen markiert. Damit kann sicher gestellt werden, dass sich immer auf allen Geräten der gleiche Stand befindet. Die E-Mails werden nun nicht mehr auf dem Endgerät gespeichert, sondern bleiben auf dem Server.
Wie steht es mit der Sicherheit?

POP-Protokoll
Da POP ein reines Text-Protokoll ist, werden die Authentifizierungsdaten – also Benutzername und Passwort – im Klartext übertragen, was ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Es gibt Erweiterungen, damit das Passwort nicht im Klartext übertragen wird, aber dies wird nicht überall unterstützt. Auch bei POP kann die Verbindung über SSL erfolgen. Somit ist die Verbindung zwischen Client und Server verschlüsselt. Ihr E-Mailbetreiber muss das allerdings unterstützen.
IMAP-Protokoll
IMAP funktioniert gleich wie POP, es ist auch ein Text-Protokoll. Hier kann jedoch der Server dem Client verbieten, das Passwort zu übertragen, solange noch keine sichere Verbindun aufgebaut worden ist. Die Verschlüsselung geschieht gleich wie beim POP, nämlich über eine SSL-Verbindung.
Was soll ich nun verwenden?
Wenn es möglich ist und man mehrere Geräte verwendet, würde ich IMAP empfehlen. Leider ist dieser Dienst nicht immer gratis, aber es kommt immer mehr auf. Wenn man allerdings nur einen Computer hat und nur immer dort die E-Mails abruft, kann man bei POP bleiben.
Man sollte aber die Sicherheit nicht ausser acht lassen. Wenn möglich sollte die Verbindung über SSL erfolgen. Somit kann niemand unerlaubt das Passwort abhören oder sogar die E-Mails lesen.