TZ Business Lunch – Interview mit Mischa Sameli

Stefan Borkert, Redaktor Thurgauer Zeitung

«Wir kochen mit den guten Pilzen» – Interview mit Mischa Sameli, Projektleiter Entwicklung und Mitinhaber von backslash. Heute in der Thurgauer Zeitung nachzulesen.

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Die IT-Branche entwickelt sich rasant. Mischa Sameli ist Mitinhaber der backslash AG Frauenfeld, die 1996 gegründet wurde.

Herr Sameli, wie viele Computer stehen bei Ihnen zu Hause herum?

Herumstehen ist wirklich treffend. Der einzige Computer zu Hause wird selten benutzt, weniger von mir als von meiner Frau. Dafür nehme ich mein geschäftliches MacBook oft nach Hause und kann dann auch mal im Garten arbeiten.

Und in den Ferien?

Das Smartphone kommt sicher mit, allerdings nur für SMS oder für den Fall der Fälle. In den Ferien geniesse ich gerne die analoge Welt und vermisse Tastatur und Maus nicht im geringsten. Im Gegenteil: Das Fehlen der digitalen Helferlein regt zum Nachdenken an und so entstehen neue Geschäftsideen.

Morgens: zuerst den PC einschalten oder Kaffee trinken?

Das eine geht ohne das andere eigentlich nicht. Der optimierte Ablauf sieht dann wie folgt aus: Kaffeemaschine starten, Computer starten, Kaffee zubereiten, E-Mails abrufen.

Backslash besteht seit 1996. Wieso hat aus der IT-Branche noch keiner die Firma gekauft?

Mit knapp 20 Mitarbeitenden sind wir für die einen bereits ein zu grosser Brocken und für die anderen nur ein kleiner Fisch. Zudem haben wir mit dem eGovernment-Markt, wo wir zu den Marktleadern zählen, doch ein recht spezielles Segment abgedeckt, in dem mögliche Partner an einer Hand abgezählt werden können. Uns vier Inhabern geht es aber auch nicht darum, den Laden eines Tages möglichst teuer zu verkaufen. Wir haben Freude an unserer Arbeit, an unserem Umfeld und verdienen Geld damit. Was will man mehr?

Und wie wehrt man die jungen Start-up-Hüpfer ab, die wie Pilze aus dem Cyber-Boden schiessen?

Wieso denn abwehren? Wir profitieren auch von Mitbewerbern mit neuen Ideen. Die soziale Vernetzung im Web funktioniert auch im Geschäftsleben. Spannende neue Dienstleistungen von Start-ups können mit unseren bestehenden Produkten verknüpft werden und schon entsteht ein Mehrwert für unsere Kunden. Wir kochen also was Feines mit den guten Pilzen und lassen die Finger von den anderen.

Was war Ihr eigentlicher Berufswunsch?

Anfang der 90er-Jahre wollte ich Informatik studieren. Da sich meine Leidenschaft für Physik und Mathematik aber in Grenzen hielt, wurde nichts daraus. Umso glücklicher bin ich natürlich, wenn ich trotzdem meine Passion zum Beruf machen konnte. (bor)

Datum des Presseartikels: 06. Mai 2011