Swiss IT Magazine: So sieht die SuisseID aus und so viel kostet sie

Während sich der SuisseID-Anbieter Swisssign noch bedeckt hält, ist Konkurrent Quovadis Trustlink Schweiz am Donnerstag in die Offensive gegangen und hat die Preise sowie viele weitere Details zu ihrer SuisseID-Lösung bekannt geben. Die SuisseID wird es bei Quovadis ab dem 3. Mai in zwei Varianten und zu einem Preis von 33 Franken pro Jahr geben, solange die Subventionierung des Bundes gilt.

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Im Mai wird die SuisseID, ein standardisiertes Produkt für einen sicheren elektronischen Identitätsnachweis in der Schweiz, lanciert (Swiss IT Magazine berichtete). Einiges ist über die SuisseID bereits bekannt geworden, unter anderem, dass sie vom Bund stark subventioniert wird. Doch darum, wie viel die SuisseID am Ende kosten und wie sie aussehen wird, wurde bisher ein grosses Geheimnis gemacht.

Die Schweizerische Post beziehungsweise Swisssign, einer der vier Anbieter der SuisseID, wollte bislang keine konkreten Angaben zu Form und Preisgestaltung der elektronischen Identitätskarte machen. Es wurde einzig verraten, dass man die SuisseID vermutlich als USB-Sticks vertreiben wird. Quovadis Trustlink, neben Swisssign der zweite Anbieter, der sowohl Privatpersonen und Unternehmen beliefert, hat am Donnerstagabend anlässlich einer Pressekonferenz nun die Katze aus dem Sack gelassen: Die SuisseID wird bei Quovadis als Standardpaket 164 Franken kosten. Abzüglich der 65 Franken, die vom Bund bis Ende 2010 pro ID beigesteuert werden, macht das also 99 Franken. Gültig sein wird die SuisseID für drei Jahre.

Zu kaufen geben wird es die SuisseID bei Quovadis in zwei Formen: Als SIM-Karte mit entsprechendem USB-Stick oder als Chip-Karte in der üblichen Kreditkartengrösse mit USB-Kartenleser (siehe Bilder). Für die Herstellung der "Hardware" arbeitet Quovadis mit der Firma Trüb zusammen. Gekauft werden kann die SuisseID ab 3. Mai im SuisseID-Online-Shop von Quovadis. Dort werden alle relevanten Daten erhoben. Dazu gehören alle Informationen, die man auch bei einem Antrag für eine normale Identitätskarte angeben muss. Am Ende des Bestellprozesses wird ein PDF mit allen Daten generiert. Dieses Blatt druckt man dann aus und muss nun in einem letzten Schritt seine Identität prüfen lassen. Quovadis arbeitet zu diesem Zweck mit den Gemeinde- und Stadtverwaltungen zusammen. Eine weitere solche Identitätsprüfstelle sind alle Mobilezone-Shops in der Schweiz. Eine dritte, die 365 Tage im Jahr offen hat, soll bald noch dazukommen.

Neben dem Standardpaket, das oben beschrieben wurde, wird der renommierte Schweizer Zertifikatsanbieter Quovadis die SuisseID auch noch in spezielleren, auf Unternehmen oder Communities zugeschnittenen Formen anbieten. Denkbar ist es laut Quovadis beispielsweise, die SuisseID mit einem bestehenden Personalausweis zu kombinieren, inklusive RFID-Zutrittskontrolle und Foto.

Ob die SuisseID ein Erfolg wird und sich nicht nur in Unternehmen, sondern auch beim Ottonormalverbraucher durchsetzten wird, weiss noch niemand. Wieso soll man sich diese Karte, die 33 Franken im Jahr kostet, kaufen? Sie ist laut Quovadis ein universeller Schlüssel, ein Passwort für alles. Das Einkaufen und Arbeiten im Internet soll so sicherer und einfacher werden. Weiter ermöglicht die SuisseID einige weitere Dienste, wie beispielsweise das Senden vertrauenswürdiger und beweisfähiger E-Mails oder das Abwickeln von verschiedenen E-Government-Lösungen (Baugesuche online einreichen zum Beispiel), die langsam aber sicher kommen.

Laut Quovadis-Schweiz-CEO Carl Rosenast steht und fällt das Konzept der SuisseID mit der breiten Anwendung. Aktuell haben sich laut Rosenast um die 200 Firmen als sogenannte "Enabler" bereit erklärt, die SuisseID künftig anzuerkennen. Auch sie werden vom Bund unterstützt, man spricht von 10‘000 Franken, die sie erhalten. Zu den Enablern gehören namhaften Unternehmen oder Institutionen wie Abacus, Abraxas, Axsionics, Crealogix, Digitec, HIN oder Privasphere. Weitere Firmen findet man hier.

Datum des Presseartikels: 23. April 2010