SuisseID: Käufer erhalten 65 Franken zurück

Mischa Sameli, Geschäftsführer & Leiter Entwicklung

Nun ist die Katze aus dem Sack: Der Bund subventioniert die SuisseID mit je 65 Franken. Oder anders formuliert: wer die SuisseID ab 1. Mai 2010 kauft, erhält diesen Betrag zurückerstattet.

Erhältlich wird die SuisseID gemäss Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) in der ersten Phase als USB-Stick oder Chipkarte sein. Und dies in der Startphase offensichtlich erst bei drei von vier möglichen Anbietern. Die QuoVadis Trustlink Schweiz AG, die Schweizerische Post/SwissSign und das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) können die SuisseID offensichtlich bereits ab Mai liefern. Bei der Swisscom scheint man noch nicht ganz soweit zu sein – hinter vorgehaltener Hand wird spekuliert, dass der Telekommunikations-Riese an einer Mobile-Lösung arbeitet, die es ermöglichen soll, mit dem Handy respektive Smartphone SuisseID-Funktionen zu nutzen.

Wer die Qual hat, hat die Wahl

Verschiedene Anbieter, unterschiedliche Ausführungsarten – wofür und für wen soll man sich entscheiden? Für Privatpersonen kommen als Anbieter in erster Linie QuoVadis und die Post mit SwissSign in Frage. Das BIT ist grundsätzlich für Verwaltungsbereiche zuständig – und die Swisscom nicht nicht bereits. Post-Kunden, die bereits über eine digitale Signatur verfügen, sollen demnächst weitere Informationen über einen Wechsel auf die SuisseID erhalten, wie am Swiss eGovernment Forum 2010 zu vernehmen war.

USB-Stick oder Chip?

Nicht ganz einfach zu beantworten ist die Frage nach der möglichen Ausführungsart: USB-Stick, Chip-Karte, oder gar eine Chip-Karte, bei der sich der Chip herausbrechen lässt wie bei einer SIM-Card für Mobiltelefone? Der häufigste geplante Einsatzzweck wird hier ausschlaggebend sein. Der USB-Dongle eignet sich vermutlich am ehesten, wenn die SuisseID zur Authentisierung am PC verwendet wird, möglicherweise sogar an mehreren Arbeitsstationen. Der Stick lässt sich bequem und ohne weitere Hardware an handelsüblichen Geräten gebrauchen. Ganz im Gegensatz zur Chipkarte, für die in der Regel ein separates Lesegerät benötigt wird, wenn sie für den Gebrauch mit der eigenen Computer-Infrastruktur vorgesehen ist. Allerdings könnte der Chip vor allem bei grösserer Verbreitung im öffentlichen Raum Vorteile haben. Dann nämlich, wenn die Karte bequem im Geschäft ins ohnehin bereits vorhandene Lesegerät geschoben werden kann. Auch als einfaches und kostengünstiges System für Zugangskontrollen könnte die SuisseID in Kreditkartenform Vorzüge aufweisen.

Kaufpreis noch ungewiss

Bislang hüllen sich die Anbieter noch in Schweigen, was den Preis für Endkunden anbelangt. Konkret geht es darum, was der Kunde zu den 65 Franken, die vom Bund bis Ende 2010 subventiert werden, noch privat einschiessen muss. Der Preis dürfte sich mit aller Wahrscheinlichkeit etwa im Rahmen dessen bewegen, was bislang für eine digitale Signatur bezahlt werden musst, also knapp unter 200 Franken. Die digitale Signatur war bei der Post vor gut zwei Jahren für 195 Franken zu haben. Darin enthalten waren die Initalkosten sowie die jährlichen Gebühren à je 35 Franken auf drei Jahre hinaus. Allenfalls dürften die jährlichen Gebühren in den Folgejahren tiefer ausfallen – warten wir aber erst einmal die Angebote ab. Wie ein Registrierungsprozess für Privatkunden aussehen kann, ist exemplarisch in einem mehrteiligen Erfahrungsbericht nachzulesen.