Thurgauer Zeitung: Frauenfeld ist top im Netz


Thurgauer Zeitung: Frauenfeld ist top im Netz

Von Markus Zahnd. Aktualisiert am 24.10.2009

So unterschiedlich wie die Gemeinden sind auch ihre Websites: Kreuzlingen überzeugt mit seinem Online-Schalter, Arbon setzt eher auf die Vergangenheit.

Screenshot der Stadt Frauenfeld


Die Website der Kantonshauptstadt Frauenfeld schneidet im Vergleich am besten ab.

 

Übersichtlich, aktuell, informativ und zudem mit einem guten Angebot über den Online-Schalter ausgestattet – so sieht laut Experten die moderne Website einer Gemeinde aus. «Gerade auf einer Gemeinde-Webseite hat man als Benutzer einen Querschnitt durch die Bevölkerung; von Jung bis Alt und von computergeübt bis zu Computerlaien», sagt Christoph Walter, Webdesigner der Pas Solutions GmbH in Frauenfeld. Ein Benutzer-Test in den fünf einwohnerstärksten Thurgauer Gemeinden Frauenfeld, Kreuzlingen, Arbon, Amriswil und Weinfelden zeigt, dass nicht alle Websites diesen Anforderungen genügen.

Auch wenn jede Website ihre Stärken hat, so schneidet jene von Frauenfeld im Vergleich am besten ab. Die Hauptstadt hat ihren Internet-Auftritt vor Kurzem rundum erneuert, und das Resultat kann sich sehen lassen. Die Website ist sachlich, aber zweckmässig und aktuell gestaltet. Als Benutzer findet man sich schnell zurecht und erhält eine Fülle von Informationen. Zudem ist es in Frauenfeld dank des Online-Schalters nicht mehr nötig, für jedes Anliegen im Rathaus zu erscheinen. Dieser Service sei aber bereits vor der Neugestaltung der Website gut ausgebaut gewesen, heisst es bei den Frauenfelder Einwohnerdiensten.

Modernes Chaos

Modern, aber auch leicht chaotisch ist der Netzauftritt von Kreuzlingen. Vor allem die Navigation ist schwierig, dabei «sollte gerade die Navigation einer Gemeinde-Website klar und übersichtlich sein, sodass die Informationen schnell gefunden werden», sagt Walter. Der Online-Schalter ist allerdings bürgerfreundlich: In keiner der anderen Gemeinden kann so viel über das Internet abgewickelt werden wie in Kreuzlingen. Weder für eine An- oder Abmeldung, einen Strafregisterauszug oder ein Leumundszeugnis müssen die Kreuzlinger persönlich aufs Amt. In einigen Fällen müssen per Post Dokumente nachgereicht werden, das ist jedoch überall so.

Beim Online-Schalter hinkt Amriswil hinterher. «Da haben wir tatsächlich Nachholbedarf», sagt Janine Lüscher, Leiterin der Amriswiler Einwohnerdienste. Es können zwar Dokumente heruntergeladen werden, doch zum Beispiel bei einer An- oder Abmeldung müssen die Amriswiler persönlich an den Schalter. Fortschrittlich ist Amriswil aber in einem anderen Punkt: Die Website ist – wie andere auch – behindertengerecht, verfügt also über einen Zugang für Sprach-, Hör- und Sehbehinderte.

Arbon besticht nicht gerade durch einen originellen Internet-Auftritt, die Website ist aber gut strukturiert und der Benutzer findet schnell die gesuchten Informationen. Die Website hat aber vor allem punkto Aktualität Defizite. Auf der Startseite sind zwar viele Neuigkeiten zu erfahren, doch im Veranstaltungskalender wird immer noch auf eine Gourmet-Wanderung hingewiesen, die bereits am 19. September stattgefunden hat. Der Blick in die Vergangenheit gehört aber auch zu den Stärken der Arboner Website, die Geschichte der Stadt wird sehr ausführlich dargelegt.

Scheinbar weniger Wert auf die Vergangenheit legt Weinfelden, die Geschichte des Dorfes ist auf der Website auf sechs kurze Einträge beschränkt. Im Grossen und Ganzen ist der Internet-Aufritt aber gelungen: Die Navigation ist einfach, der Online-Schalter ausreichend und das Design sympathisch. Deshalb passt der Gemeinde-Slogan «Im Herzen des Thurgaus» auch zum Testergebnis: Die Weinfelder Website liegt in etwa in der Mitte.

Artikel erschienen am 23.10.2009, in der Thurgauer Zeitung