Tamedia kauft Huber-Gruppe

Das Thurgauer Zeitungs- und Druckereiunternehmen Huber & Co. AG geht an das Zürcher Medienunternehmen Tamedia.

Frauenfeld – Die Mitglieder der Familie Huber verkaufen ihre Aktien dem Zürcher Medienunternehmen und Herausgeber des «Tages-Anzeigers» Tamedia. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Vorläufig hält Tamedia 75 Prozent, bis Ende Oktober sollen es 100 Prozent sein. Ebenfalls an einem Kauf interessiert war die NZZ-Gruppe, zu der auch das «St. Galler Tagblatt» und dessen Thurgauer Kopfblatt gehört. Huber-Verwaltungsratspräsident Martin Glarner nannte die Presseentwicklung sowie die Zusammensetzung des Aktionariats als Gründe für den Verkauf.

Die «Thurgauer Zeitung» bleibe laut Tamedia-VR-Präsident Hans Heinrich Coninx als Thurgauer Produkt unabhängig und werde auf dem bisherigen publizistischen Kurs weitergeführt. «Konzernjournalismus würde ins Abseits führen», erklärte Coninx. Mit der Anbindung ans Inserategeschäft des «Tages-Anzeigers» und mit den verbesser- ten Druckmöglichkeiten ist die Zukunft der TZ laut Coninx langfristig gesichert. Unter diesen Besitzverhältnissen ebenfalls erhalten bleibe die Medienvielfalt im Kanton Thurgau.

Standort Frauenfeld bleibt

Zu den übrigen Geschäftsbereichen der Huber-Gruppe wollte sich Tamedia-Geschäftsführer Martin Kall gestern in Frauenfeld nicht konkret äussern. Man werde mit der bestehenden Geschäftsleitung «Kooperationen und Synergien» prüfen, die die Ertragslage beider Unternehmen «weiter stärken» sollen. Ob und wie viele Stellen in Frauenfeld abgebaut werden, ergebe sich aus der Prüfung der einzelnen Aktivitäten und Produkte. Neben dem ersten Standbein Zeitung und dem zweiten Druck müssten die übrigen Bereiche jetzt beweisen, dass sie auf eigenen Beinen stehen könnten, sagte Kall. Huber & Co. AG werde aber «als Thurgauer Unternehmen am Standort Frauenfeld weitergeführt». (an.)