«Ihr seid ein Vorbild für die ganze Schweiz»

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GIGA-PROJEKT Vizekanzlerin Hanna Muralt Müller lobte das Aargauer Internet-Projekt, das von Rottenschwil und Unterlunkhofen initiiert wurde. Fest steht: Giga soll weitergehen.

Wie können Gemeinden mit wenig Geld einen guten Internet-Auftritt realisieren? Zum Beispiel, indem sie sich mit anderen zusammentun. Unterlunkhofen und Rottenschwil beschlossen die Initiierung, mittlerweile machen nicht weniger als 22 Gemeinden bei ihrem Giga-Projekt mit.

«Gute Idee, gemeinsamer Auftritt» oder «Gemeinschaft Internet Gemeinden Aargau», das bedeutet Giga. Es könnte auch heissen: «Gemeinsame Investition, geringere Ausgaben.» Der Unterlunkhofer Gemeinderat und Giga-Projektleiter Jörg Sägesser rechnete es an einer kleinen Feier, bei der Vertreter der Giga-Gemeinden in Anwesenheit von Vizekanzlerin Hanna Muralt Müller ihren Erfolg feierten, vor. Rund 3400 Franken würden die Gemeinden sparen, wenn sie ihre Homepage via die Gemeinschaft realisierten. Da aktuell 22 Gemeinden bei Giga mitmachen, bedeutet dies, dass seit der Initiierung des Projektes rund 75 000 Franken gespart werden konnten. «Darum ist Giga auch so vorbildlich», freute sich die Vizekanzlerin, die extra aus Bern angereist war, «nach dem Prinzip 'einmal entwickeln, vielfach anwenden' können auch kleine Gemeinden mit wenig Geld viel erreichen. Wobei ich dazu hinzufügen muss, dass eine Giga-Homepage, mittels der sehr gute Online-Dienstleistungen möglich sind, auch vielen grösseren Ortschaften gut anstehen würde.» Die Mitinitiantin Claudia Hoffmann aus Rottenschwil zeigte in einer Präsentation, dass Giga keinesfalls für «Gemeinschaft Internet, gleicher Auftritt» steht. Auch wenn alle Giga-Homepages auf dem gleichen Prinzip basieren, unterscheiden sich die einzelnen Auftritte wohltuend voneinander. «Eine gemeinsame Lösung bedeutet eben nicht, dass man mit einem Einheitsbrei vorlieb nehmen muss», betonte Claudia Hoffmann. Jeder Gemeinde bleibt schliesslich genügend Spielraum, die eigene Website individuell zu gestalten.

«Giga soll weitergehen»

Doch nicht nur der finanzielle Anreiz mache das Projekt Giga für die Gemeinden attraktiv, hiess es an der Feier. Sehr geschätzt würden auch der Austausch von Ideen und Wissen. Zudem biete einem die Firma Backslash, die die Giga-Homepages entwickelt hat, wann immer nötig schnell Support. Giga müsse wachsen, forderte Vizekanzlerin Hanna Muralt Müller an der Feier, «denn ihr repräsentiert die Idee der Schweizer Föderation». Claudia Hoffmann betonte, dass die Entwicklung im Computerbereich weiterginge. Dementsprechend würden auch die Giga-Homepages ständig verbessert. Neu könnten sich die Gemeinden etwa für eine behindertengerechte Gestaltung ihrer Seite entscheiden.
Diskutiert wurden an der Feier auch die Fragen, ob und wann Fusionen und Kooperationen Sinn machen würden. Susanne Zemp betonte im Namen der Gemeinde, Geltwil wolle unabhänig bleiben. Der Rottenschwiler Gemeindeammann Franz Hagenbuch verriet dagegen, dass in Rottenschwil abgeklärt würde, mit wem eine Gemeindefusion Sinn machen würde. Claudia Nick, Gemeinderätin aus Unterlunkhofen, schliesslich, meinte im Hinblick auf die Fusion der Feuerwehren Rottenschwil und Unterlunkhofen, es sei auch dem emotionalen Faktor Rechnung zu tragen.

Aus 2 wurden 22

Entstanden ist das Projekt Giga auf Initiative von Rottenschwil und Unterlunkhofen. Die beiden Ressortvorsteher Claudia Hoffmann (Rottenschwil) und Jörg Sägesser (Unterlunkhofen) beschlossen 2002, bei der Ausarbeitung der Gemeindehomepages einmal eine Lösung auszuarbeiten und zweimal zu nutzen. Von Anfang an stand für beide fest, dass sie auch andere Gemeinden an ihrem Projekt würden teilhaben lassen. Das Echo darauf war gut, am 31. Januar 2003 gingen beim Festakt «Big Bang» 9 Gemeinden zeitgleich ins Netz. Mittlerweile ist die Zahl der Giga-Gemeinden auf 22 angestiegen. Beim Projekt machen aktuell mit: Abtwil, Aristau, Arni, Besenbüren, Birrwil, Boswil, Bünzen, Dietwil, Eggenwil, Fischbach—Göslikon, Geltwil, Hägglingen, Hellikon, Menziken, Mühlau, Oberwil-Lieli, Reinach, Rottenschwil, Schinznach-Bad, Uezwil, Unterlunkhofen und Wiliberg.
Letztes Jahr gewann das Projekt den prestigereichen Sol_e_Gov-Preis des Bundes. Im Internet ist das Projekt unter www.gigagemeinden.ch dokumentiert.