Adobe Acrobat-Tipp #2: PDF’s für Suchmaschinen mit Metadaten versehen

3 Kommentare
Mathias Gamper, Senior Screendesigner

Der erste Schritt um ein PDF für Suchmaschinen lesbar zu machen, ist sicherzustellen, dass der Inhalt maschinenlesbaren Text enthält und nicht nur Text in Form eines Bildes. Darüber hinaus können wir ein PDF aber auch mit zusätzlichen Metadaten versehen, die das Finden des Dokument weiter erleichtern.

In Teil 1 unseres Acrobat-Workshops haben wir ein analoges Textdokument digitalisiert und mit Hilfe von Adobe Acrobat und der integrierten Texterkennung (OCR) wieder in maschinenlesbaren Text umgewandelt. Somit konnte das daraus entstandene PDF auch von Suchmaschinen oder vom Betriebssystem indexiert und gefunden werden.

Doch einem PDF lassen sich noch zusätzliche Informationen nebst dem eigentlichen Inhalt des Dokumentes hinterlegen: die so genannten Metadaten oder Metainformationen. Metadaten sind Informationen über Daten. Sie können beispielsweise folgende Fragen beantworten:

  • Wer ist der Autor des Dokuments?
  • Worum geht es in dem Dokument?
  • Mit welcher Anwendung wurde das Dokument erstellt?

Metadaten sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, denn sie kommen nicht im eigentlichen Dokumentinhalt vor. Bei der Suche im Web oder auch bei der lokalen Suche innerhalb des Betriebsystem können sie uns das Auffinden von Dokumenten aber sehr erleichtern. Denn sinnvoll hinterlegt, erlauben sie es unser Dokument auch nach zusätzlichen Kriterien und Stichwörtern zu durchsuchen, ohne dass diese Daten im eigentlichen Inhalt vorkommen müssen.

Wir können das Musterdokument aus dem ersten Teil unseres Workshops verwenden, um die Eingabe der Metadaten zu verdeutlichen. Danach öffnen wir das Dokument in Adobe Acrobat.

Nr 1

Metadaten erfassen

Nun rufen wir das Menü Datei > Eigenschaften auf. Im geöffneten Dialog Dokumenteigenschaften unter Beschreibung lassen sich die wichtigsten Metadaten hinterlegen: Felder für Titel, Verfasser, Thema und Stichwörter stehen hier zur Verfügung. Die Feldbezeichnungen sprechen für sich. Alle Informationen, die wir hier eintragen sind später auch unserem Dokument hinterlegt und können somit gefunden werden.

Nr 2

Welche Metainformationen sind relevant?

Wer mit den hinterlegten Metainformationen auch in Suchmaschinen wie Google erfolgreich gefunden werden will, sollte folgende Punkte zu diesen Feldern beachten:

  • Titel: Der hier erfasste Text ist auch der Titel und Link des Treffers auf der Google-Suchseite. Ist er länger als 70 Zeichen, wird er gekürzt.
  • Verfasser: Der Verfasser wird nicht in der Suchmaschine angezeigt. Es ist aber sinnvoll, wenn sich als Urheber des Dokumentes hier einzutragen, damit man gegebenenfalls auch kontaktiert werden könnte.
  • Thema: Das Thema entspricht dem Description-Meta-Tag in HTML. Der hier erfasste Text ist idealerweise das Summary des Dokumentinhaltes und erklärt kurz und knapp, worum es in dem Dokument geht. In Suchmaschinen wird dieser Text als Anriss unter dem Titel ausgegeben.
  • Stichwörter: Die Stichwörter entsprechen dem Keywords-Meta-Tag in HTML. Hier werden am besten die wichtigsten Stichworte aus dem Inhalt des Dokumentes nochmals untergebracht, nach denen ein Benutzer am ehesten suchen könnte. Auch Synonyme von Begriffen im Inhalt können an dieser Stelle ergänzt werden. Die Stichwörter sollten Komma- oder Semikolon separiert eingegeben werden. Maximal 10 bis 20 Stichwörter werden empfohlen.

Dem aufmerksamen Betrachter ist bestimmt auch das Feld «Zusätzliche Metadaten» ins Auge gestochen. Hinter diesem Dialog versteckt sich noch eine Vielzahl von weiteren Metainformationen, die hinterlegt werden können. Die unter Punkt 3 genannten sind für Suchmaschinen aber die wichtigsten, da sie zumindest Teilweise direkten Einfluss auf die Anzeige und Reihenfolge der Suchresultate haben.

Hier das Neue, mit Metainformationen versehene Dokument (PDF 315 KB)

Nr 3

Ein lokaler Test mit der Betriebsystemsuche

Nach dem Speichern ist unser Dokument tauglich für einen ersten Test. Während Suchmaschinen im Internet eine gewisse Zeit brauchen werden, um die neuen Informationen anzuzeigen, lässt sich die Auffindbarkeit lokal mit den betriebsystemeigenen Hilfsmitteln meist unmittelbar nach der Eingabe testen:

  • Mac-User finden die hinterlegten Daten nun über die Spotlight-Suche
  • Windows Vista/7-User über die Suche im Startmenü

Wohlüberlegte Metadaten können den Inhalt unseres Dokumentes optimal ergänzen und so sowohl das Auffinden vereinfachen aber auch das Ranking in Suchmaschinen verbessern. Und gerade das kann bei der zunehmenden Informationsflut der kleine aber entscheindende Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurenz sein und einen Benutzer dazu bewegen unser Dokument anzuklicken.

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Markus Walter's Gravatar
Wer zum Beispiel explizit nach PDF-Dokumenten suchen möchte, kann dies bei Google auf folgende Weise tun. Im Suchschlitz einfach folgendes eingeben:

keyword filetype:pdf

Auf der Resultateseite von Google werden jetzt nur PDF-Dokumente zum Thema "Keyword" angezeigt. Ein solches Vorgehen kann sinnvoll sein, wenn man zum Beispiel nach Anleitungen, Checklisten usw. sucht.
Markus Walter, am 5. April 2010 um 12:07 Uhr
Melanie Müller's Gravatar
Hallo,
ich habe eine kurze Frage zu der Verfasserangabe. Welche Syntax wird benötigt, wenn man mehrere Verfasser angeben möchte?
[Nachname], [Vorname]; [Nachname], [Vorname];
brachte keine guten Resultate. Die Namen wurden jeweils in Hochkommata dargestellt.

LG
Melanie Müller
Melanie Müller, am 24. Februar 2015 um 12:05 Uhr
Mathias's Gravatar
Meines Wissens können mehrere Verfasser (im Menü «zusätzliche Metadaten» dann übrigens plötzlich «Autoren» genannt) mit Semikolon getrennt werden.

Ob Google diese Metadaten sichtbar ausgibt, oder überhaupt berücksichtigt (wie beispielsweise hier http://goo.gl/x3im9q) ist mir nicht bekannt. Und auch nicht, ob es eine erweiterte Syntax dazu gibt.

Letztendlich liegt die endgültige Kontrolle in jedem Fall bei Google. Mit den Metatags kann man Ranking und Darstellung höchstens beeinflussen, nicht aber erzwingen. Interessant dazu vielleicht dieser Artikel: http://goo.gl/lU2EUY
Mathias, am 24. Februar 2015 um 12:28 Uhr
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